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Doppler-Effekt
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Durch den Doppler-Effekt (selten auch Doppler-Fizeau-Effekt) wird ein Signal zeitlich gestaucht oder gedehnt, wenn sich der rĂ€umliche Abstand zwischen Sender und EmpfĂ€nger verĂ€ndert, wĂ€hrend das Signal gesendet wird. Der Effekt wird dadurch verursacht, dass die spĂ€ter gesendeten Teile des Signals eine kĂŒrzere oder lĂ€ngere Strecke vom Sender zum EmpfĂ€nger zu laufen haben als die frĂŒheren. NĂ€hern sich Sender und EmpfĂ€nger, dann wird das Signal gestaucht, entfernen sie sich voneinander, wird es gedehnt. Daher ist der Doppler-Effekt rein kinematischer Natur und tritt bei allen möglichen Arten von Signalen in gleicher Weise auf. In der Physik handelt es sich dabei meist um Licht- oder Schallwellen oder die damit ĂŒbertragenen Signale.cite-ref-1[1]cite-ref-2[Anm. 1]

Wenn das Signal periodisch ist und am Sender die Frequenz f {\displaystyle f} hat, dann erhöht bzw. vermindert sich die am EmpfĂ€nger beobachtete Frequenz um die Doppler-Verschiebung Δ Δ f {\displaystyle \Delta f} . Das betrifft z. B. bei einem vorbeifahrenden Martinshorn die Tonhöhe der beiden Töne („tatĂŒâ€Štaataa“), aber auch die Frequenz, mit der sie sich abwechseln. Die relative FrequenzĂ€nderung Δ Δ f f {\textstyle {\frac {\Delta f}{f}}} ist bei geringen Geschwindigkeiten gleich dem VerhĂ€ltnis der Geschwindigkeit, mit der der Abstand des Senders vom EmpfĂ€nger sich Ă€ndert, zur Ausbreitungsgeschwindigkeit des Signals. Bei reflektiertem Signal, wie beim Radar-Doppler und Ultraschall-Doppler, verdoppelt sich die Doppler-Verschiebung, weil auch der Laufweg und damit die Geschwindigkeit, mit der er sich Ă€ndert, sich verdoppeln. Breitet sich das Signal in einem Medium aus, so ist auch dessen Bewegungszustand zu berĂŒcksichtigen.

Contents

‱ Geschichte
‱ Beispiele
‱ Radartechnik
‱ Trivia
‱ Literatur
‱ Weblinks
‱ Anmerkung

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Geschichte

Der Doppler-Effekt wurde erstmals von Christian Doppler im Jahre 1842 beschrieben. Doppler suchte nach einer ErklĂ€rung dafĂŒr, dass die zwei Sterne, die sich in einem Doppelsternsystem umkreisen, in vielen FĂ€llen mit bloßem Auge erkennbar unterschiedliche FĂ€rbung haben. Er fand durch ein Gedankenexperiment heraus, dass die Farbe eines sich schnell entfernenden Sterns stĂ€rker rötlich erscheinen muss und die Farbe eines sich nĂ€hernden Sterns stĂ€rker blĂ€ulich.

In seinem Gedankenexperiment betrachtete Doppler Wasserwellen, die von einem fahrenden Boot aus im Minutentakt erzeugt werden. Daraus leitete er die Formeln fĂŒr die Verschiebung der an einem festen Ort vor oder hinter dem Boot beobachteten Frequenz ab. Der Grundgedanke von Doppler, dass bei Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit eine Bewegung der Quelle auch eine Änderung der WellenlĂ€nge des eintreffenden Lichts bewirken muss, wird im französischen Sprachraum oft Armand Fizeau (1848) zugeschrieben und der Effekt dementsprechend mit beiden Namen bezeichnet.cite-ref-3[2] Fizeau schlug auch vor, anstelle der FarbĂ€nderungen von Sternen die Verschiebungen scharfer Spektrallinien zu untersuchen, um die Bewegungen der Sterne nachzuweisen.cite-ref-nolte2020-4-0[3]

Erst 1868, fĂŒnfzehn Jahre nach Dopplers Tod, fand William Huggins bei einzelnen Spektrallinien im Licht von Sternen diese vorhergesagte Dopplerverschiebung. So konnte er z. B. zeigen, dass Sirius sich stetig von uns entfernt. Jedoch ist die Dopplerverschiebung bei den fĂŒr Doppelsterne ĂŒblichen Geschwindigkeiten zu gering, um die wahrnehmbaren Farbunterschiede zu erklĂ€ren.cite-ref-pinter-5-0[4] Die tatsĂ€chliche Ursache dafĂŒr sind die Temperaturunterschiede der Sterne.

Der Kern des Effekts war bereits 1672 formuliert worden, als die Lichtgeschwindigkeit noch ĂŒberwiegend als unendlich groß angesehen wurde. Ole RĂžmer jedoch zeigte damals, dass mit einer endlichen Lichtgeschwindigkeit erklĂ€rt werden könne, warum die von Galilei 1610 entdeckten Jupitermonde schneller zu laufen scheinen, wenn Erde und Jupiter sich so, wie im kopernikanischen System beschrieben, einander annĂ€hern, und langsamer, wenn sie sich entfernen.cite-ref-6[5]cite-ref-7[6] RĂžmer ermittelte dabei, dass das Licht zum Durchqueren der Erdbahn 22 Minuten braucht (richtiger Wert: 17 Minuten). Darauf aufbauend gab Christiaan Huygens 1678 erstmals einen grĂ¶ĂŸenordnungsmĂ€ĂŸig richtigen Wert fĂŒr die Lichtgeschwindigkeit an. Weder Doppler noch Fizeau wiesen auf diesen 170 Jahre frĂŒheren VorlĂ€ufer hin.

FĂŒr Schallwellen wies der Naturforscher Christoph Buys Ballot den Doppler-Effekt im Jahre 1845 nach, ironischerweise dann, als er ihn widerlegen wollte. Er postierte dazu mehrere Trompeter, teils auf einem fahrenden Eisenbahnzug, teils neben der Bahnstrecke. Im Vorbeifahren sollte jeweils einer von ihnen ein G spielen und die anderen die gehörte Tonhöhe bestimmen. Es ergab sich eine Verschiebung von einem Halbton, entsprechend einer Geschwindigkeit von 70 km/h.cite-ref-pinter-5-1[4]cite-ref-nolte2020-4-1[3]

Ein weiteres Jahrhundert spĂ€ter wurde durch Radar-Messungen zwischen Erde und Venus die Genauigkeit der Astronomischen Einheit von 10−4 (aus der Horizontalparallaxe von Eros) verbessert auf zunĂ€chst 10−6 anhand von Entfernungsmessungen in den unteren Konjunktionen der Jahre 1959 und 1961 (z. B. beim JPLcite-ref-8[7] durch Amplitudenmodulation mit bis zu 32 Hz), dann auf 10−8 durch Doppler-Messungen auf den TrĂ€gerfrequenzen ĂŒber mehrere Monate vor und nach den unteren Konjunktionen der Jahre 1964 und 1966. Die Ergebnisse wurden wie 300 Jahre zuvor als Laufzeit angegeben, da der Wert der Lichtgeschwindigkeit damals erst auf sechs Stellen bekannt war.cite-ref-ash1967-9-0[8]

FĂŒr den Nachweis der Periheldrehung des Merkur reichten Doppler-Messungen der Jahre 1964 bis 1966cite-ref-ash1967-9-1[8] – mit optischen Methoden waren anderthalb Jahrhunderte nötig.

Der Dopplereffekt am Stern Helvetios in 50 Lichtjahren Entfernung fĂŒhrte 1995 auch zum ersten Nachweis eines Planeten außerhalb des Sonnensystems. Der Nachweis gelang mittels des Dopplereffekts, weil auch der Stern sich bewegt, indem er gegenĂŒber von seinem Planeten den gemeinsamen Schwerpunkt mit 70 m/s umkreist.cite-ref-nolte2020-4-2[3]

Beispiele

Radialgeschwindigkeiten sind durch den Doppler-Effekt messbar, wenn der EmpfĂ€nger die Frequenz des Senders genĂŒgend genau kennt, insbesondere bei Echos von akustischen und elektromagnetischen Signalen.

Akustischer Doppler-Effekt

Ein ruhender Beobachter hört eine Schallquelle, die sich genau auf ihn zubewegt, mit der Frequenz f z u â€Č ( v / c ) {\displaystyle f'_{\mathrm {zu} }(v/c)} , siehe Gleichung (1), wenn sie sich von ihm entfernt, mit der Frequenz f w e g â€Č ( v / c ) {\displaystyle f'_{\mathrm {weg} }(v/c)} , siehe Gleichung (2). Bei Schallquellen spielt der relativistische transversale Doppler-Effekt keine Rolle. Je weiter der Beobachter von der linearen Flugbahn entfernt ist, desto langsamer Ă€ndert sich die radiale Geschwindigkeitskomponente bei AnnĂ€herung. Die Schnelligkeit der FrequenzĂ€nderung hĂ€ngt ab von der kĂŒrzesten Entfernung zwischen Beobachter und Signalquelle. Das Diagramm rechts zeigt die FrequenzabhĂ€ngigkeit relativ zu einem im Ursprung ruhenden Beobachter. Die rote Linie entspricht der Frequenz, die er hört, wenn ihn die Signalquelle in großem Abstand passiert, blau der bei geringem Abstand. Maximal- und Minimal-Frequenzen liegen nicht symmetrisch zur Eigenfrequenz, da die Geschwindigkeit v {\displaystyle v} nicht sehr viel kleiner ist als die Schallgeschwindigkeit c {\displaystyle c} . Es gelten die Beziehungen (1) und (2).

Sind die Koordinaten der bewegten Signalquelle bekannt, kann man aus dem Frequenzverlauf den eigenen Standort ableiten (siehe z. B. Transit (Satellitensystem)).

Die Tonbeispiele geben die Tonhöhen, die ein ruhender Beobachter hört, wenn eine Signalquelle an ihm vorbeifliegt. Sie vernachlÀssigen den Effekt, dass die sich entfernende Quelle lÀnger zu hören ist als die sich nÀhernde:

Frequenz f 0 = 400 H z {\displaystyle f_{0}=400\,\mathrm {Hz} } , relative Geschwindigkeit v / c = 0 , 1 {\displaystyle v/c=0{,}1} (dann ist f z u m a x = 440 H z {\displaystyle f_{\mathrm {zu_{max}} }=440\,\mathrm {Hz} } und f w e g m i n = 360 H z {\displaystyle f_{\mathrm {weg_{min}} }=360\,\mathrm {Hz} } ):
(1) Langsam bewegte Signalquelle, die Beobachter in geringem Abstand passiert.
(2) : wie (1), aber Passieren der Signalquelle in grĂ¶ĂŸerem Abstand.
(3) : wie (2), Abstand noch grĂ¶ĂŸer.

Erhöht sich die relative Geschwindigkeit, verschieben sich die Frequenzen:

Frequenz wie oben, aber v / c = 0 , 42 {\displaystyle v/c=0{,}42} (dann ist f z u m a x = 690 H z , f w e g m i n = 280 H z {\displaystyle f_{\mathrm {zu_{max}} }=690\,\mathrm {Hz} ,\ f_{\mathrm {weg_{min}} }=280\,\mathrm {Hz} } ).
(4) : Abstand wie (2).

Radartechnik

Beim Doppler-Radar berechnet man die AnnĂ€herungsgeschwindigkeit eines Objekts aus der gemessenen FrequenzĂ€nderung zwischen gesendetem und reflektiertem Signal. Die Besonderheit bei einem aktiven RadargerĂ€t ist jedoch, dass der Doppler-Effekt zweimal auftreten kann, auf dem Hin- und auf dem RĂŒckweg. Ein RadarwarngerĂ€t, das die Signale des Hinwegs empfĂ€ngt, misst eine Frequenz, die in AbhĂ€ngigkeit von der Relativgeschwindigkeit variiert. Diese registrierte Frequenz wird von ihm reflektiert. Das RadargerĂ€t registriert die bereits Doppler-verschobenen Frequenzen wiederum in AbhĂ€ngigkeit von der dann bestehenden Relativgeschwindigkeit. Im Fall eines unbeschleunigten RadargerĂ€ts tritt eine exakt zweifache Doppler-Verschiebung auf.

‱ In der Meteorologie wird das Doppler-Radar zur Bestimmung von Rotationsbewegungen in Superzellen (Tornados) benutzt.
‱ Das MilitĂ€r und die FlugĂŒberwachung nutzen den Doppler-Effekt unter anderem beim Passiv-Radar, bei der Geschwindigkeitsmessung und FestzielunterdrĂŒckung.
‱ Auch zur Geschwindigkeitsermittlung bei sog. Radarfallen im Straßenverkehr wird ein Doppler-Radar benutzt.
‱ Ein Synthetic Aperture Radar (anfangs Doppler Beam Sharpening genannt) basiert maßgeblich auf der Zuordnung der Signale durch den Verlauf der Änderung ihrer Doppler-Verschiebung. Reflektierende Objekte am Boden haben abhĂ€ngig von ihrer Entfernung zum Flugpfad der Radarplattform einen charakteristischen Verlauf der Änderung ihrer Dopplerfrequenz. Je weiter der Punkt von dieser Flugbahn entfernt ist, desto geringer ist die Bandbreite der Doppler-Frequenz. Anhand von dieser Bandbreite kann sogar auf die Entfernung zurĂŒck geschlossen werden. Diese Art Entfernungsbestimmung und die gemessene Laufzeit fĂŒr die SchrĂ€gentfernung ergeben zusammen ein dreidimensionales Abbild der ErdoberflĂ€che.cite-ref-10[9]

Medizinische Diagnostik

In der Medizin wird der akustische Doppler-Effekt bei Ultraschalluntersuchungen genutzt, um die Blutstromgeschwindigkeit darzustellen und zu messen. Dies hat sich als außerordentlich hilfreich erwiesen.

Es gibt:

‱ Farb-Doppler:

‱ Rot: Fluss auf die Schallsonde zu
‱ Blau: Fluss von der Schallsonde weg

‱ pW-Doppler: gepulster Doppler (beispielsweise fĂŒr GefĂ€ĂŸuntersuchungen)
‱ cW-Doppler: continuous wave Doppler (beispielsweise fĂŒr Herzklappenmessungen)

Laser-Doppler

FĂŒr die berĂŒhrungslose Messung der Geschwindigkeitsverteilung von Fluiden (FlĂŒssigkeiten und Gase) wird die Laser-Doppler-Anemometrie (LDA) angewandt. Sie beruht auf dem optischen Doppler-Effekt an streuenden Partikeln in der Strömung. In gleicher Weise dient ein Vibrometer der Messung der Schnelle vibrierender OberflĂ€chen.

Astrophysik und allgemeine Physik

Scharfe Spektrallinien erlauben eine entsprechend hohe Auflösung der Doppler-Verschiebung. BerĂŒhmt ist der Nachweis der Doppler-Verschiebung im Gravitationsfeld im Pound-Rebka-Experiment. Weitere Beispiele in der Astrophysik sind die Rotationskurven von Galaxien, spektroskopische Doppelsterne, die Helioseismologie und der Nachweis von Exoplaneten.

In der Quantenoptik wird die Dopplerverschiebung bei der LaserkĂŒhlung von Atomgasen genutzt, um Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt zu erreichen.

Bei der MĂ¶ĂŸbauer-Spektroskopie wird der Doppler-Effekt einer bewegten Gammastrahlungsquelle verwendet, um die Energie der Photonen dieser Quelle minimal zu verĂ€ndern. Hierdurch können diese Photonen in Wechselwirkung mit den Kernhyperfeinniveaus eines entsprechenden Absorbers treten.

Doppler-Effekt in biologischen Systemen

WĂ€hrend der Segmentierung von sequentiell segmentierenden Wirbeltier-Embryonen laufen Wellen von Genexpression durch das paraxiale Mesoderm, das Gewebe, aus dem die VorlĂ€ufer der Wirbelkörper (Somiten) geformt werden. Mit jeder Welle, die das anteriore Ende des prĂ€somitischen Mesoderms erreicht, wird ein neuer Somit gebildet. In ZebrabĂ€rblingen wurde gezeigt, dass die VerkĂŒrzung des paraxialen Mesoderms wĂ€hrend der Segmentierung einen Doppler-Effekt verursacht, da sich das anteriore Ende des Gewebes in die Wellen hineinbewegt. Dieser Doppler-Effekt trĂ€gt zur Geschwindigkeit der Segmentierung bei.cite-ref-11[10]

Sonstige Beispiele

‱ FĂŒr Wasserwellen (Schwerewellen), deren TrĂ€germedium einer konstanten Strömungsgeschwindigkeit unterliegt, siehe unter Wellentransformation.
‱ Das mittlerweile abgeschaltete Satellitennavigations-System Transit nutzte den Doppler-Effekt zur Positionsbestimmung. Aktiv eingesetzt wird er bei Argos, einem satellitengestĂŒtzten System zur Positionsbestimmung. Bei modernen GNSS-Satelliten ist der Doppler-Effekt zunĂ€chst störend. Er zwingt die EmpfĂ€nger, einen grĂ¶ĂŸeren Frequenzbereich abzusuchen. Andererseits lassen sich aus der Frequenzverschiebung Zusatzinformationen gewinnen und so die Grobpositionierung beschleunigen. Das Verfahren heißt Doppler-Aiding. Siehe auch: Doppler-Satellit.
‱ In der Musik wird der Doppler-Effekt zur Erzeugung von Klangeffekten verwendet, beispielsweise bei den rotierenden Lautsprechern eines Leslie-Kabinetts.

Mathematische Beschreibung

Akustischer Doppler-Effekt

Bei der ErklÀrung des akustischen Doppler-Effekts ist zu unterscheiden, ob sich die Schallquelle, der Beobachter, oder beide relativ zum Medium (der ruhenden Luft) bewegen.

Beobachter in Ruhe, Signalquelle bewegt

Als Beispiel soll angenommen werden, dass das Martinshorn des Krankenwagens Schallwellen mit einer Frequenz von 1000 Hz aussendet. Dieses bedeutet, dass genau 1/1000 Sekunden nach dem ersten Wellenberg ein zweiter Wellenberg nachfolgt. Die Wellen breiten sich mit der Schallgeschwindigkeit c ≈ ≈ 340 m / s {\displaystyle c\approx 340\,\mathrm {m/s} } bei 20 °C aus.

Solange der Krankenwagen steht, ist die WellenlÀnge λ λ S {\displaystyle \lambda _{\mathrm {S} }} des Schalls, also der Abstand der Wellenberge:

λ λ S = 340 m s ⋅ ⋅ 1 1000 s = 0 , 34 m . {\displaystyle \lambda _{\mathrm {S} }=340\,\mathrm {\frac {m}{s}} \cdot {\frac {1}{1000}}\,\mathrm {s} =0{,}34\,\mathrm {m} \,.}

FĂŒr einen Beobachter an der Straße kommen diese Wellenberge zwar je nach Entfernung etwas zeitverzögert an. Die Zeit zwischen zwei Wellenbergen Ă€ndert sich jedoch nicht. Die Grundfrequenz f S {\displaystyle f_{\mathrm {S} }} des wahrgenommenen Tons ist fĂŒr jeden Abstand von Beobachter und Krankenwagen gleich.

Die Situation Ă€ndert sich, wenn der Krankenwagen mit der Geschwindigkeit v {\displaystyle v} auf den Beobachter zufĂ€hrt. Da sich der Wagen in der Zeit zwischen den beiden Wellenbergen weiterbewegt, verkĂŒrzt sich der Abstand zwischen ihnen etwas. Er verkĂŒrzt sich um den Weg, den der Wagen in der Zeit von 1/1000 Sekunde zurĂŒcklegt:

λ λ B = λ λ S − − v S f S . {\displaystyle \lambda _{\mathrm {B} }=\lambda _{\mathrm {S} }-{\frac {v_{\mathrm {S} }}{f_{\mathrm {S} }}}\,.}

Die Indizes S {\displaystyle \mathrm {S} } und B {\displaystyle \mathrm {B} } verweisen auf den Sender beziehungsweise Beobachter der Welle. Da sich die aufeinander folgenden Wellenberge mit derselben Schallgeschwindigkeit c {\displaystyle c} zum Beobachter bewegen, bleibt der verkĂŒrzte Abstand zwischen ihnen erhalten. Der zweite Wellenberg kommt daher nicht genau 1/1000 Sekunde nach dem ersten an, sondern schon ein wenig frĂŒher. Bezogen auf obiges Beispiel verkĂŒrzt sich die WellenlĂ€nge bei einer Geschwindigkeit von 36 k m h = 10 m s {\textstyle 36\,\mathrm {\frac {km}{h}} =10\,\mathrm {\frac {m}{s}} } :

λ λ B = 0 , 34 m − − 10 m s 1000 1 s = 0 , 33 m . {\displaystyle \lambda _{\mathrm {B} }=0{,}34\,\mathrm {m} -{\frac {10\mathrm {\frac {m}{s}} }{1000\mathrm {\frac {1}{s}} }}=0{,}33\,\mathrm {m} \,.}

Dadurch erscheint dem Beobachter die Frequenz (also die Tonhöhe) des Martinhorns höher ( f B > f S {\displaystyle f_{\mathrm {B} }>f_{\mathrm {S} }} ):

f B = c λ λ B = 340 m s 0 , 33 m ≈ ≈ 1030 , 3 H z . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }={\frac {c}{\lambda _{\mathrm {B} }}}={\frac {340\,\mathrm {\frac {m}{s}} }{0{,}33\,\mathrm {m} }}\approx 1030{,}3\,\mathrm {Hz} \,.}

Quantitativ erhĂ€lt man die FrequenzĂ€nderung einfach durch Einsetzen der Beziehung λ λ ⋅ ⋅ f = c {\displaystyle \lambda \cdot f=c} in obige Formel fĂŒr λ λ B {\displaystyle \lambda _{\mathrm {B} }} . FĂŒr die vom Beobachter wahrgenommene Frequenz f B {\displaystyle f_{\mathrm {B} }} ergibt sich somit:

Dabei bedeuten f S {\displaystyle f_{\mathrm {S} }} die Frequenz der Schallquelle, c {\displaystyle c} die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls und v {\displaystyle v} die Geschwindigkeit der Schallquelle (also des Krankenwagens).

Wenn der Krankenwagen am Beobachter vorbeigefahren ist, verhĂ€lt es sich sinngemĂ€ĂŸ umgekehrt: der Abstand zwischen den Wellenbergen (WellenlĂ€nge) vergrĂ¶ĂŸert sich, und der Beobachter hört einen tieferen Ton. Rechnerisch gilt obige Formel genauso, man muss nur fĂŒr v {\displaystyle v} eine negative Geschwindigkeit einsetzen. Bezogen auf das Beispiel:

λ λ B = 0 , 34 m − − − − 10 m s 1000 1 s = 0 , 35 m und somit f B = c λ λ B = 340 m s 0 , 35 m ≈ ≈ 971 , 4 H z . {\displaystyle \lambda _{\mathrm {B} }=0{,}34\,\mathrm {m} -{\frac {-10\,\mathrm {\frac {m}{s}} }{1000\mathrm {\frac {1}{s}} }}=0{,}35\,\mathrm {m} \qquad {\text{und somit}}\qquad f_{\mathrm {B} }={\frac {c}{\lambda _{\mathrm {B} }}}={\frac {340\,\mathrm {\frac {m}{s}} }{0{,}35\,\mathrm {m} }}\approx 971{,}4\,\mathrm {Hz} \,.}

Die beschriebenen Bewegungen der Signalquelle direkt auf den Beobachter zu oder direkt von ihm weg sind SpezialfĂ€lle. Bewegt sich die Signalquelle beliebig im Raum mit der Geschwindigkeit v → → {\displaystyle {\vec {v}}} so kann die Doppler-Verschiebung fĂŒr einen ruhenden EmpfĂ€nger zu

f B = f S 1 − − v → → ⋅ ⋅ e → → S B c {\displaystyle f_{\mathrm {B} }={\frac {f_{S}}{1-{\frac {{\vec {v}}\cdot {\vec {e}}_{\mathrm {SB} }}{c}}}}}

angegeben werden. e → → S B {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {SB} }} ist dabei der zeitabhĂ€ngige Einheitsvektor, der die Richtung von der Signalquelle S {\displaystyle \mathrm {S} } zum Beobachter B {\displaystyle \mathrm {B} } beschreibt.

Beobachter bewegt, Signalquelle in Ruhe

Auch bei ruhender Schallquelle S {\displaystyle \mathrm {S} } und bewegtem Beobachter B {\displaystyle \mathrm {B} } tritt ein Doppler-Effekt auf, allerdings ist hier die Ursache eine andere: Wenn der Wagen ruht, Àndert sich auch nichts am Abstand zwischen den Wellenbergen, die WellenlÀnge bleibt also gleich. Allerdings kommen die Wellenberge scheinbar schneller hintereinander bei dem Beobachter an, wenn sich dieser auf den Krankenwagen zubewegt:

λ λ B = λ λ S , ( c + v ) T B = c T S {\displaystyle {\begin{aligned}\lambda _{\mathrm {B} }&=\lambda _{\mathrm {S} }\,,\\(c+v)\,T_{\mathrm {B} }&=c\,T_{\mathrm {S} }\end{aligned}}}

bzw.

Auch hier ergibt sich wieder der Fall eines sich entfernenden Beobachters durch Einsetzen einer negativen Geschwindigkeit.

FĂŒr eine beliebige Bewegung des Beobachters B {\displaystyle \mathrm {B} } mit dem Geschwindigkeitsvektor v → → {\displaystyle {\vec {v}}} ergibt sich bei ruhendem Sender S {\displaystyle \mathrm {S} } der Doppler-Effekt zu

f B = f S ( 1 − − v → → ⋅ ⋅ e → → S B c ) {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }\left(1-{\frac {{\vec {v}}\cdot {\vec {e}}_{\mathrm {SB} }}{c}}\right)}

wobei e → → S B {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {SB} }} wiederum der Einheitsvektor zur Beschreibung der Richtung von der Signalquelle S {\displaystyle \mathrm {S} } zum Beobachter B {\displaystyle \mathrm {B} } ist, der im allgemeinen Fall, genau wie der Geschwindigkeitsvektor v → → {\displaystyle {\vec {v}}} , zeitabhĂ€ngig sein kann.

Wie man sieht, sind die Gleichungen (1) und (2) nicht identisch (nur im Grenzfall v â‰Ș â‰Ș c {\displaystyle v\ll c} nĂ€hern sie sich einander an). Offensichtlich wird das im Extremfall: bewegt sich der Beobachter mit Schallgeschwindigkeit auf die Signalquelle zu, erreichen ihn die Wellenberge doppelt so schnell, und er hört einen Ton doppelter Frequenz. Bewegt sich hingegen die Signalquelle mit Schallgeschwindigkeit, wird der Abstand zwischen den Wellenbergen praktisch null, sie ĂŒberlagern sich und es kommt zu einer extremen Verdichtung der Luft (siehe Schallmauerdurchbruch). Da so alle Wellenberge gleichzeitig beim Beobachter eintreffen, wĂ€re das nach obiger Formel theoretisch eine unendliche Frequenz – praktisch hört man keinen Ton einer bestimmten Frequenz, sondern den Überschallknall.

Beobachter und Signalquelle bewegt

Durch Kombination der Gleichungen (1) und (2) kann man eine Gleichung herleiten, welche die fĂŒr den Beobachter wahrgenommene Frequenz f B {\displaystyle f_{\mathrm {B} }} beschreibt, wenn der Sender und der EmpfĂ€nger in Bewegung sind.

Sender und EmpfÀnger bewegen sich aufeinander zu:

f B = f S ⋅ ⋅ 1 + v B c 1 − − v S c = f S ⋅ ⋅ c + v B c − − v S . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }\cdot {\frac {1+{\frac {v_{\mathrm {B} }}{c}}}{1-{\frac {v_{\mathrm {S} }}{c}}}}=f_{\mathrm {S} }\cdot {\frac {c+v_{\mathrm {B} }}{c-v_{\mathrm {S} }}}\,.}

Sender und EmpfÀnger bewegen sich voneinander weg:

f B = f S ⋅ ⋅ 1 − − v B c 1 + v S c = f S ⋅ ⋅ c − − v B c + v S . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }\cdot {\frac {1-{\frac {v_{\mathrm {B} }}{c}}}{1+{\frac {v_{\mathrm {S} }}{c}}}}=f_{\mathrm {S} }\cdot {\frac {c-v_{\mathrm {B} }}{c+v_{\mathrm {S} }}}\,.}

Dabei ist v B {\displaystyle v_{\mathrm {B} }} die Geschwindigkeit des Beobachters und v S {\displaystyle v_{\mathrm {S} }} die Geschwindigkeit des Senders der Schallwellen relativ zum Medium.

Frequenzverschiebung bei Streuung an einem bewegten Objekt

Ebenfalls aus den oberen Gleichungen lĂ€sst sich die wahrgenommene Frequenz ableiten, wenn die Welle eines ruhenden Senders S {\displaystyle \mathrm {S} } an einem mit der Geschwindigkeit v → → {\displaystyle {\vec {v}}} bewegten Objekt O {\displaystyle \mathrm {O} } gestreut wird und von einem ebenfalls ruhenden Beobachter B {\displaystyle \mathrm {B} } wahrgenommen wird:

f B = f S 1 − − v → → ⋅ ⋅ e → → S O c 1 − − v → → ⋅ ⋅ e → → O B c . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }{\frac {1-{\frac {{\vec {v}}\cdot {{\vec {e}}_{\mathrm {SO} }}}{c}}}{1-{\frac {{\vec {v}}\cdot {\vec {e}}_{\mathrm {OB} }}{c}}}}\,.}

e → → S O {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {SO} }} und e → → O B {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {OB} }} sind dabei jeweils die Einheitsvektoren vom stationĂ€ren Sender zum bewegten Objekt und vom bewegten Objekt zum stationĂ€ren Beobachter.

Anwendung findet diese Gleichung hĂ€ufig in der akustischen oder optischen Messtechnik zur Messung von Bewegungen, z. B. Laser-Doppler-Anemometrie. Speziell in der Optik kann fĂŒr | v → → | â‰Ș â‰Ș c {\displaystyle \left|{\vec {v}}\right|\ll c} die WinkelabhĂ€ngigkeit der gestreuten Frequenz zu

f B ≈ ≈ f S ( 1 + v → → c ⋅ ⋅ ( e → → O B − − e → → S O ) ) {\displaystyle f_{\mathrm {B} }\approx f_{\mathrm {S} }\left(1+{\frac {\vec {v}}{c}}\cdot ({\vec {e}}_{\mathrm {OB} }-{\vec {e}}_{\mathrm {SO} })\right)}

aus Beleuchtungsrichtung e → → S O {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {SO} }} und Beobachtungsrichtung e → → O B {\displaystyle {\vec {e}}_{\mathrm {OB} }} in sehr guter NĂ€herung bestimmt werden.

Allgemeines Doppler-Gesetz fĂŒr Schallquellen

Allgemein lÀsst sich der Frequenzunterschied schreiben als:

f B = f S ( c ± ± v B c ∓ ∓ v S ) . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }\left({\frac {c\pm v_{\mathrm {B} }}{c\mp v_{\mathrm {S} }}}\right)\,.}

Dabei ist v B {\displaystyle v_{\mathrm {B} }} die Geschwindigkeit des Beobachters und v S {\displaystyle v_{\mathrm {S} }} die der Schallquelle, jeweils relativ zum Medium (z. B. der Luft). Das obere Operationszeichen gilt jeweils fĂŒr AnnĂ€herung (Bewegung in Richtung des Senders bzw. EmpfĂ€ngers). D. h. beide Geschwindigkeiten werden positiv in Richtung des Beobachters bzw. Senders gemessen. Mit v B = 0 {\displaystyle v_{\mathrm {B} }=0} oder v S = 0 {\displaystyle v_{\mathrm {S} }=0} ergeben sich die oben genannten SpezialfĂ€lle. FĂŒr v S = − − v B {\displaystyle v_{\mathrm {S} }=-v_{\mathrm {B} }} verschwindet der Effekt (es gibt also keine TonhöhenĂ€nderung). Das tritt ein, wenn sich Sender und EmpfĂ€nger in dieselbe Richtung mit derselben Geschwindigkeit relativ zum Medium bewegen; meist bewegt sich in solchen FĂ€llen das Medium selbst, wĂ€hrend Sender und EmpfĂ€nger ruhen (Wind). Deswegen kommt es unabhĂ€ngig von der WindstĂ€rke zu keinem Doppler-Effekt.

Die Formeln wurden unter der Annahme abgeleitet, dass sich Quelle und Beobachter direkt aufeinander zubewegen. In realen FĂ€llen fĂ€hrt z. B. der Krankenwagen in einem bestimmten Mindestabstand am Beobachter vorbei. Daher Ă€ndert sich der Abstand zwischen Quelle und Beobachter nicht gleichmĂ€ĂŸig, und deswegen ist – besonders unmittelbar vor und nach dem Vorbeifahren – ein kontinuierlicher Übergang der Tonhöhe von höher zu tiefer zu hören.

relativistischer-doppler-effekt

Relativistischer Doppler-Effekt

Elektromagnetische Wellen breiten sich auch im Vakuum, also ohne Medium aus. Wenn sich der Sender der Wellen relativ zum EmpfĂ€nger bewegt, tritt auch in diesem Fall eine Verschiebung der Frequenz auf. Dieser Effekt kann auch als relativistischer Doppler-Effekt bezeichnet werden. Diese Frequenzverschiebung spielt in der Astrophysik eine wichtige Rolle, wird dort aber als Rot- oder gegebenenfalls auch als Blauverschiebung bezeichnet. Sie ist bei Licht darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass sich die Wellen prinzipiell mit endlicher Geschwindigkeit, nĂ€mlich der Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Man kann diesen Effekt auch als geometrischen Effekt der Raumzeit auffassen.cite-ref-12[11]

Longitudinaler Doppler-Effekt

Im Vakuum (Optischer Doppler-Effekt) hÀngt die beobachtete FrequenzÀnderung nur von der relativen Geschwindigkeit von Quelle und Beobachter ab; ob sich dabei die Quelle, der Beobachter oder beide bewegen, hat keinen Einfluss auf die Höhe der FrequenzÀnderung.

Aufgrund des RelativitĂ€tsprinzips darf sich jeder Beobachter als ruhend betrachten. Allerdings muss er dann bei der Berechnung des Doppler-Effekts zusĂ€tzlich zu obigen Betrachtungen auch noch die Zeitdilatation der relativ zum Beobachter bewegten Quelle berĂŒcksichtigen. Somit erhĂ€lt man fĂŒr den relativistischen Doppler-Effekt:cite-ref-13[12]

f B = f S 1 − − v 2 c 2 1 − − v c = f S c + v c − − v {\displaystyle f_{\mathrm {B} }={\frac {f_{\mathrm {S} }{\sqrt {1-{\frac {v^{2}}{c^{2}}}}}}{1-{\frac {v}{c}}}}=f_{\mathrm {S} }{\sqrt {\frac {c+v}{c-v}}}}

v > 0 {\displaystyle v>0} bei Verringerung des Abstandes zwischen Quelle und Beobachter, wobei c {\displaystyle c} hier die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit und v {\displaystyle v} die Geschwindigkeit der Signalquelle bezeichnet.

Transversaler Doppler-Effekt

Bewegt sich ein Objekt unter einem Winkel von 90° zur Richtung zum Beobachter, so bleibt der Abstand zum Beobachter konstant. Dementsprechend wĂŒrde man hier nach der klassischen Physik auch keinen Doppler-Effekt erwarten. Jedoch besagt die RelativitĂ€tstheorie, dass jedes bewegte Objekt einer Zeitdilatation unterliegt, aufgrund der die Frequenz ebenfalls verringert wird. Die Formel hierfĂŒr lautet

f B = f S γ γ = f S 1 − − v 2 c 2 ≈ ≈ f S ( 1 − − v 2 2 c 2 ) . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }={\frac {f_{\mathrm {S} }}{\gamma }}=f_{\mathrm {S} }{\sqrt {1-{\frac {v^{2}}{c^{2}}}}}\approx f_{\mathrm {S} }\left(1-{\frac {v^{2}}{2c^{2}}}\right)\,.}

Diesen Effekt bezeichnet man als transversalen Doppler-Effekt. Er ist von 2. Ordnung im VerhĂ€ltnis v / c {\displaystyle v/c} und kann bei nicht-relativistischen Geschwindigkeiten (also Geschwindigkeiten weit unter der Lichtgeschwindigkeit) praktisch immer vernachlĂ€ssigt werden. Zudem ist zu beachten, dass der 90°-Winkel nur bei Kreisbewegung des Objekts zeitlich konstant ist, wĂ€hrend er beim geradlinigen Vorbeiflug des Objekts am Beobachter nur zu einem Zeitpunkt gegeben ist. Dann ist weiterhin zu beachten, dass es fĂŒr den Beobachter nicht darauf ankommt, wo das Objekt sich gerade befindet, sondern aus welcher Richtung die Wellen kommen, die ihn zu diesem Zeitpunkt erreichen.

Doppler-Effekt bei beliebigem Winkel

Der Doppler-Effekt lĂ€sst sich ganz allgemein abhĂ€ngig vom Beobachtungswinkel angeben. Die FrequenzĂ€nderung fĂŒr einen beliebigen Beobachtungswinkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} ergibt sich zu

f B = f S 1 − − v 2 c 2 1 − − v c cos ⁥ ⁥ α α B . {\displaystyle f_{\mathrm {B} }=f_{\mathrm {S} }{\frac {\sqrt {1-{\frac {v^{2}}{c^{2}}}}}{1-{\frac {v}{c}}\cos {\alpha _{\mathrm {B} }}}}\,.}

Wenn man fĂŒr den Winkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} nun 0° (Quelle bewegt sich direkt auf EmpfĂ€nger zu), 90° (Quelle bewegt sich seitwĂ€rts) oder 180° (Quelle bewegt sich direkt vom EmpfĂ€nger weg) einsetzt, dann erhĂ€lt man die oben stehenden Gleichungen fĂŒr longitudinalen und transversalen Doppler-Effekt. Man erkennt außerdem, dass der Winkel, unter dem der Doppler-Effekt verschwindet, von der Relativgeschwindigkeit abhĂ€ngt, anders als beim Doppler-Effekt fĂŒr Schall, wo er immer 90° betrĂ€gt.

Der Beobachtungswinkel α B

Aufgrund der endlichen Laufzeit zwischen Quelle und EmpfĂ€nger unterscheidet sich der Beobachtungswinkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} vom tatsĂ€chlichen Winkel α α {\displaystyle \alpha } zwischen der Bewegungsrichtung der Quelle und der Achse Quelle-EmpfĂ€nger. Der Beobachtungswinkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} ist der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung der Quelle und dem „lokalen“ Wellenvektor am Ort des Beobachters zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die lokale Wellenfront steht senkrecht auf diesem Wellenvektor. Der lokale Wellenvektor, bzw. die lokale Wellenfront, sind die optisch relevanten GrĂ¶ĂŸen, z. B. bei der astronomischen Beobachtung eines vorbeiziehenden Sterns.

Besonders anschaulich wird der Unterschied zwischen dem Beobachtungswinkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} und dem tatsĂ€chlichen Winkel α α {\displaystyle \alpha } , wenn man einen Laserpointer betrachtet, der sich mit der Geschwindigkeit v {\displaystyle v} entlang der x {\displaystyle x} -Achse bewegt und Licht unter einem Winkel α α {\displaystyle \alpha } im Bezug zur Bewegungsrichtung, also der x {\displaystyle x} -Achse abstrahlt. Dazu vergleichen wir die x {\displaystyle x} - und y {\displaystyle y} -Komponenten der Lichtgeschwindigkeit im Ruhesystem des Beobachters mit den Komponenten c x â€Č {\displaystyle c_{x}'} und c y â€Č {\displaystyle c_{y}'} der Lichtgeschwindigkeit relativ zum bewegten Laser. Die y {\displaystyle y} -Komponente der Lichtgeschwindigkeit relativ zum Laserpointer Ă€ndert sich dabei nicht, d. h. es gilt c y â€Č = c y {\displaystyle c_{y}'=c_{y}} . Bei der x {\displaystyle x} -Komponente dagegen mĂŒssen wir v {\displaystyle v} abziehen, d. h. es gilt c x â€Č = c x − − v {\displaystyle c_{x}'=c_{x}-v} . Damit erhalten wir folgende Beziehung zwischen dem Winkel α α {\displaystyle \alpha } , den der Laserstrahl mit der x {\displaystyle x} -Achse einschließt und dem Winkel α α B {\displaystyle \alpha _{\mathrm {B} }} , den der Wellenvektor mit der x {\displaystyle x} -Achse bildet:

tan ⁥ ⁥ α α = sin ⁥ ⁥ α α B cos ⁥ ⁥ α α B − − v c {\displaystyle \tan \alpha ={\frac {\sin \alpha _{\mathrm {B} }}{\cos \alpha _{\mathrm {B} }-{\frac {v}{c}}}}} .

Wobei wir noch folgende Beziehungen verwendet haben: sin ⁥ ⁥ α α B = c y / c {\displaystyle \sin \alpha _{\mathrm {B} }=c_{y}/c} und cos ⁥ ⁥ α α B = c x / c {\displaystyle \cos \alpha _{\mathrm {B} }=c_{x}/c} . Insbesondere erhĂ€lt man einen Lichtstrahl, der senkrecht zur Bewegungsrichtung abstrahlt, also α α = 90 ∘ ∘ {\displaystyle \alpha =90^{\circ }} , wenn cos ⁥ ⁥ α α B = v / c {\displaystyle \cos \alpha _{\mathrm {B} }=v/c} . Das Besondere ist jetzt: Dieser senkrechte Lichtstrahl hat eine zusĂ€tzliche seitliche Driftbewegung der Geschwindigkeit v {\displaystyle v} . Seine Wellenfronten sind zwar noch senkrecht zum Wellenvektor ausgerichtet, aber der Wellenvektor zeigt nicht mehr senkrecht nach oben, also in Richtung des Lichtstrahls, sondern schließt mit der y {\displaystyle y} -Achse den Aberrationswinkel arcsin ⁥ ⁥ ( v / c ) {\displaystyle \arcsin(v/c)} ein.

Entsprechend obiger Formel, fĂŒr den Fall cos ⁥ ⁥ α α B = v / c {\displaystyle \cos \alpha _{\mathrm {B} }=v/c} , ist die Frequenz dieses Lichtstrahls f B = Îł Îł f S {\displaystyle f_{B}=\gamma f_{S}} . Setzt man also einen Laserpointer in Bewegung, dann muss dem elektromagnetischen Feld im Laser-Resonator eine Energiemenge proportional zu

( γ γ − − 1 ) f S ≈ ≈ 1 2 v 2 c 2 f S {\displaystyle (\gamma -1)f_{S}\approx {\frac {1}{2}}{\frac {v^{2}}{c^{2}}}f_{S}}

zugefĂŒhrt werden. Weiß man nun, dass f S {\displaystyle f_{S}} proportional zur Ruheenergie E 0 {\displaystyle E_{0}} des elektromagnetischen Felds des Laser-Resonators ist, so folgt beim Vergleich mit der kinetischen Energie 1 2 m v 2 {\displaystyle {\tfrac {1}{2}}mv^{2}} direkt die Formel E 0 = m c 2 {\displaystyle E_{0}=mc^{2}} , wobei m {\displaystyle m} als Masse der im Resonator gespeicherten Energie angesehen werden kann.

Trivia

Bei der Planung der Weltraummission Cassini-Huygens war nicht bedacht worden, dass der Funkverkehr zwischen den beiden Teilsystemen Cassini und Huygens durch den Doppler-Effekt einer Frequenzverschiebung unterliegt. Simulierende Tests wurden erst wĂ€hrend der Reise durchgefĂŒhrt, zu spĂ€t, um die Ursache, eine zu steif parametrisierte Phasenregelschleife, zu korrigieren. Diverse Maßnahmen im Umfeld des Fehlers konnten den erwarteten Datenverlust von 90 % auf 50 % senken. ZusĂ€tzlich wurde daher die Flugbahn der Mission verĂ€ndert, um Datenverluste durch diesen Fehler ganz zu vermeiden.cite-ref-14[13]

Literatur

‱ David Nolte: The fall and rise of the Doppler effect. In: Physics Today. MĂ€rz 2020, S. 30–35.

Weblinks

Commons

: Doppler-Effekt

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wikisource: Christian Dopplers Grundlegende Arbeit zum Doppler-Effekt

– Quellen und Volltexte

‱ Plattform zum Doppler-Effekt und Leben/Wirken Christian Dopplers. In: christian-doppler.net. Abgerufen am 9. Oktober 2024 (deutsch, englisch, französisch, spanisch, italienisch).
‱ Beispiele fĂŒr verschiedene Geschwindigkeiten eines Objekts. In: upscale.utoronto.ca. Archiviert vom Original am 6. Januar 2017; abgerufen am 17. Dezember 2012 (englisch).

Anmerkung

cite-note-2Anm. 1. ↑ Ein Beispiel fĂŒr ein Signal ganz anderer Art: Der Effekt tritt auch dann ein, wenn das Signal aus einer Folge von Ansichtspostkarten von einer langen Reise zur Postkutschenzeit besteht. Solange sich der Reisende entfernt, ist der zeitliche Abstand zwischen der Ankunft der einzelnen Postkarten grĂ¶ĂŸer als der zeitliche Abstand ihrer Absendung.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Arnold Sommerfeld: Vorlesungen ĂŒber Theoretische Physik: Optik. Akad. Verlag, Leipzig 1949, ISBN 3-87144-377-8, S. 54.
cite-note-32. ↑ Alan P. Boss: The Crowded Universe: The Search for Living Planets. Basic Books, 2009, ISBN 978-0-465-00936-7, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
cite-note-nolte2020-43. ↑ David D. Nolte: The fall and rise of the Doppler effect. In: Physics Today. Band 73, Nr. 3, 1. MĂ€rz 2020, S. 30–35, doi:10.1063/PT.3.4429.
cite-note-pinter-54. ↑ Christian Pinter: Missgriff mit schweren Folgen. In: wienerzeitung.at. 5. Juni 2011, archiviert vom Original am 29. Oktober 2012; abgerufen am 9. Oktober 2024.
cite-note-65. ↑ Kristensen, L.K. and Pedersen, K.M. (2012), Roemer, Jupiter's Satellites and the Velocity of Light. Centaurus, 54: 4-38. https://doi.org/10.1111/j.1600-0498.2011.00251.x
cite-note-76. ↑ James H. Shea: Ole Rþmer, the speed of light, the apparent period of Io, the Doppler effect, and the dynamics of Earth and Jupiter. In: Am. J. Phys. Band 66, Nr. 7, 1998, S. 561–569.
cite-note-87. ↑ R. M. Goldstein: Radar Exploration of Venus. 1962 (archive.today – NASA JPL Bericht JPL-TR-32-280).
cite-note-ash1967-98. ↑ Michael E. Ash, Irvine I. Shapiro, William B. Smith: Astronomical constants and planetary ephemerides deduced from radar and optical observations. In: Astronomical Journal. Band 72, Nr. 3, April 1967, S. 338, bibcode:1967AJ.....72..338A.
cite-note-109. ↑ C. Wolff: Radargrundlagen – Doppler Beam Sharpening. In: Radartutorial. November 1998, abgerufen am 1. Mai 2023.
cite-note-1110. ↑ D. Soroldoni, D. J. Jörg, L. G. Morelli, D. Richmond, J. Schindelin, F. JĂŒlicher, A. C. Oates: A Doppler Effect in Embryonic Pattern Formation. In: Science. Band 345, 2014, S. 222–224, PMID 25013078.
cite-note-1211. ↑ Franz Embacher: Spezielle RelativitĂ€tstheorie, Argumentationen zur Herleitung der wichtigsten Aussagen, Effekte und Strukturen. UniversitĂ€t Wien.
cite-note-1312. ↑ Paul Peter Urone, Roger Hinrichs: University Physics III – Optics and Modern Physics (OpenStax). libretexts.org, Doppler Effect for Light, Gl. (5.7.4) (libretexts.org). ; Vorzeichenkonvention in der Quelle umgekehrt: v < 0 {\displaystyle v<0} bei Verringerung des Abstands.
cite-note-1413. ↑ Leslie J. Deutsch: Resolving the Cassini/Huygens Relay Radio Anomaly. (PDF; 0,8 MB) In: trs-new.jpl.nasa.gov. 2002, archiviert vom Original am 26. Mai 2010; abgerufen am 4. Juni 2014 (englisch).